Tag 13

13.Tag -03.06.2004

    • Ich konnte mich gestern fast nicht bewegen, hatte sehr starke Schmerzen im Rücken und habe den ganzen Nachmittag in Stufenlage auf dem Fußboden gelegen, die Beine auf dem Sessel. Heizkissen und Voltaren- Gel haben den äußerst erotischen Eindruck von meinem Körper noch verstärkt. Lothar war sicher entzückt, mich so zu sehen. Laufen konnte ich auch kaum, krumm nach vorn gebeugt wie eine alte Frau.
    • Habe versucht, nicht den Mut zu verlieren und sowohl für mich als auch für Silvia wieder fit zu werden.
    • Heute habe ich das Antierotikprogramm noch mal voll durchgezogen – und siehe da- es scheint besser zu werden.
    • Der Arzt, Herr W., kam auf Nachfrage ans Bett. Silvia soll nach und nach aus dem Tiefschlaf geweckt werden und versuchen, selber zu atmen. Damit soll ihr der Luftröhrenschnitt erspart bleiben. Er hat uns am Beatmungsgerät erklärt, dass dieses auch aussetzen kann, wenn sie selbständig atmet und als Hilfeleistung wieder einspringt, falls die Atmung nicht richtig funktioniert. Ein aus meiner Sicht sicher sehr kritischer Faktor, den ich hoffentlich nicht miterleben muss.
    • Silvia ist immer noch sehr aufgeschwemmt und hat an den Oberarmen viele Pickel und Pusteln bekommen.
    • Die Lunge wurde gestern noch mal untersucht, der Befund war aber bei der Übergabe nicht besprochen worden- also sicher nichts akutes!?
    • Die linke Pupille reagiert wieder leicht auf Hell und Dunkel!!, die rechte leider immer noch nicht. Für Spekulationen ist es aber hier viel zu früh.
    • Der Herzkatheder wurde gewechselt – problematisch? – ansonsten nichts neues.

 

    • Abends dann noch Telefonat mit Daniel und Roland. Roland sorgt sich sichtlich, er schlägt uns einen Therapeuten zur Stressbewältigung vor. Ich bin der Meinung, dass dies zur Zeit nicht nötig ist. Erstens sprechen Lothar und ich sehr ausführlich über die Situation, über Möglichkeiten, die Zukunft und unsere Aufgaben. Zum anderen können wir uns bis jetzt immer gegenseitig aufbauen, d.h. Lothar baut mich auf, wobei ich versuche, mich nicht allzu sehr gehen zu lassen.
    • Außerdem kann ich schreiben, scheint mir wie ein großes Bedürfnis und eine Therapie zu sein. Meistens kommt es mir mehr auf die Vollständigkeit der Ereignisse als auf die Inhalte an, als würde ich etwas verpassen, wenn ich nicht alles notiere, Für einen möglichen Leser kann das sicher ermüdend sein, mir hilft es sehr.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>