Unfall

Am 22.05.2004 blieb die Uhr in Silvias Auto um 0.36 Uhr stehen , 1.06 Uhr erfolgte der Alarmruf, 1,16 Uhr war der Rettungsdienst da , blieb bis 1.55 Uhr am Unfallort, um Silvias Zustand zu stabilisieren. 2.25 Uhr traf der Rettungswagen in der Medizinischen Akademie Dresden ein.

4.00 Uhr klingelte die Polizei bei uns zu Hause, teilte uns mit, dass unsere Tochter einen schweren Verkehrsunfall hatte und ihr Zustand sehr kritisch sei. “Sie brauchen nicht erst in die Klinik, da ist kaum noch Hoffnung”.

4.30 Uhr waren wir in der MEDAK, konnten 5.00 Uhr bei Silvia sein und sie berühren.

Noch heute, nach über drei Jahren, rast mein Puls, wenn ich diese Zeilen schreibe und das unkontrollierte Zittern im Körper kommt wieder und wieder…

Silvia lag im künstlichen Koma, man teilte uns mit, dass wenig Chancen bestehen und massive Hirnverletzungen zu befürchten sind. Lothar konnte Thomas auf der Heimfahrt von seinem Ausbildungsorterreichen, so war er kurz vor 6 Uhr auch bei seiner Schwester. Ich weiß noch, dass er mir immer wieder über den Rücken gestrichen hat, so, als müßte ich dass alles erleiden, was Silvia betrifft.

Die Werte waren stabil, der Hirndruck bei 6-8.

Wir sind dann nach Hause gefahren, waren bei der Polizei, haben das Auto begutachtet, mit Thomas, Meggy und David zusammen gesessen und trotzdem lief alles ab wie im Tranche. Der Körper funktioniert, aber der Geist ist völlig überfordert und ratlos.

Wir wollten an diesem Abend eigentlich Thomas 22. Geburtstag feiern……….

—————————————————————————————————————————

Aufgrund der Überarbeitung der Homepage habe ich nun heute noch mal alle Notizen zu den ersten 40 Tagen nach dem Unfall gelesen. Im Prinzip war das auch nach fast 8 Jahren immer noch Schwerstarbeit.

Silvia hat in dieser Zeit viele Fortschritte gemacht, aber der entscheidende Durchbruch bezüglich ihrer Kognition ist nicht erfolgt. Viele , damals unbewusst geäußerte Befürchtungen, haben sich bewahrheitet.

Und natürlich hat sich unser Leben seit dem 22.05.2012 dramatisch geändert. Silvia wohnt jetzt in der unteren Wohnung in unserem Haus und benötigt 24 h am Tag Assistenz, welche über das persönliche Budget finanziert wird.

Wir sind Experten in Sachen “erworbene Hirnverletzung”, “Behinderung”, “Hilfebedarf “, ” Persönliches Budget”, “Tagesstruktur” und vieles mehr geworden.

Aber auch Experten zum Thema Lebensqualität unter besondere Bedingungen. Auch heute bin ich noch erstaunt, was ich in diesen ersten 40 Tagen alles zu Papier gebracht habe und ich hoffe, dass meine Gedanken und unsere vielen Erfahrungen aus  dieser Zeit anderen Betroffenen weiter helfen.

Weihnachten 2011

Lothar und Jutta Beiersdorf, Radebeul, 23.01.2012

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>